Sibirisches Tiger Weibchen „Dschuna“ wird 20!

Unser Tigerweibchen „Dschuna“ hat heute einen hohen Feiertag, denn sie wird bereits 20 Jahre alt! Damit ist sie eine sehr betagte Tigerin. Die Lebenserwartung von Tigern in Menschenobhut liegt zwischen 15 und maximal 26 Jahren. Aus diesem Grund gab es heute, zur Feier des Tages, eine ganz besonders leckere Geburtstagsüberraschung: Leber.

 „Dschuna“ kam im Mai 2000 aus dem Zoo Lietuvos Zoologijos Sodas (Litauen) in den Zoo Schwerin. Sie war damals 2 ½ Jahre und war zuerst scheu und aggressiv. Sie ließ, trotz großem Bemühen der Tierpflegerinnen durch  Leckerlis oder Spielzeug, keine Annäherungen zu. Tigergerechtes Spielzeug interessiert sie bis heute nicht wirklich. „Dschuna“ lag am liebsten in ihrer Box und war selten auf der Außenanlage unterwegs. Das junge Tigerweibchen zeigte eher ein Verhalten eines Tigers, der aus der Natur stammt, anstatt eines Tigers, der in einem Zoo geboren wurde und Menschen schon kennengelernt hat.

Nach drei Monaten veränderte sich ihr Verhalten und sie fasste langsam Vertrauen in die Tierpflegerinnen, die sie auch ab und zu „an prustete“. Das „Prusten“ ist eine Begrüßung des Tigers an einen vertrauten Tiger oder auch Menschen und kann als Zeichen von Sympathie und Zuneigung gewertet werden. „Dschuna“ hatte drei Würfe, die sie liebevoll und erfolgreich aufzog. Bei einem ihrer Würfe erkrankte sie jedoch schwer an einer nicht bestimmbaren Virusinfektion, fraß drei Wochen nichts und magerte sehr stark ab. Wir befürchteten, dass die Katzendame nicht überleben würde. Jedoch erholte sich „Dschuna“ wieder und zog trotz Krankheit ihre Jungen groß.

Die Leibspeisen der Tigerin sind, wie es sich für ein Raubtier gehört, Kaninchen und Rinderschulter. Andere Fleischstücke am Knochen bekommt sie wegen einiger fehlender Zähne, aufgrund ihres hohen Alters, nicht mehr gefressen und reines Fleisch frisst sie nicht. Trotz ihres stolzen Alters von 20 Jahren ist „Dschuna“ noch agil. Sehr gerne  liegt sie  auf den erhöhten Liegeflächen im Gehege, um dort ein langes Schläfchen zu halten. An manchen Tagen bleibt sie aber am liebsten in ihrer Box, möchte ihre Ruhe haben und ist für unsere Besucher auch nicht zu sehen.

Eine Besonderheit hatte „Dschuna“ schon bei ihrer Ankunft: Sie mag Männer einfach lieber als Frauen und zeigt das immer wieder mit einem herzhaften „Prusten“ bei Männern an. Durch ihren Charakter und ihre Launen ist „Dschuna“ eine reizvolle Aufgabe für die Tierpflegerinnen, die sich seit Jahren liebevoll um die betagte Tigerdame kümmern. 

Optional noch Artenschutz (siehe unten) einfügen, falls gewünscht

Ursprünglich ist der Sibirische Tiger, der auch Amurtiger genannt wird, vom Kaukasus bis Ost China verbreitet. Heute ist ihr Verbreitungsgebiet auf stark fragmentierte Gebiete beschränkt. Lebensraumverlust und vor allem Wilderei, für die traditionelle Medizin, haben alle Unterarten des Tigers an den Rand der Ausrottung gebracht. Es gibt Bestrebungen Tiger in geeigneten Habitaten wieder einzubürgern. Die Population des Sibirischen Tigers wird derzeit auf 400 Individuen geschätzt und die Unterart wird daher als „stark gefährdet (EN)“ eingestuft. Alle drei Tiger, die im Zoo Schwerin leben, sind im Erhaltungszuchtprogramm (EEP) erfasst.

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