Der Norden von
Europa und Asien

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Sie leben in unserer Nähe - Die Tiere Eurasiens!

Braunbär, Wolf und Reh – Aber was macht der Tiger hier?

Europa und Asien bilden eine gemeinsame Landmasse und werden daher als Eurasien bezeichnet. Den Tieren ist es völlig egal, ob Sie gerade in Asien sind oder in Europa. Auf den Lebensraum kommt es an, und der ist auf beiden Kontinenten gleich.

Für alle etwas dabei!

Von Mitteleuropa bis ins hohe Skandinavien, von Nordchina bis Sibirien. Hier gibt es vier Jahreszeiten, mit Sommer und Winter, mal extremer, dann wieder milder. Die Tiere sind darauf angepasst und könnten hier wie dort leben. Der Rothund oder auch der Amurtiger würde sich in unseren Wäldern gut zurecht finden und auf die Jagd nach Wildschweinen und Rehen gehen. Gut dass sie im Zoo getrennte Gehege bewohnen. Auch Damwild und Mufflon wären eine geeignete Beute. Diese leben gemeinsam in einem Gatter, das Besucher betreten dürfen, um die Tiere zu füttern. Die bei uns heimischen großen Raubtiere sind aber Wolf und Braunbär. War der Wolf über hundert Jahre bei uns ausgerottet, erobert er sich jetzt seinen alten Platz im Ökosystem wieder zurück. Anders der Braunbär. Der gilt bei uns nach wie vor als ausgestorben, auch wenn er hin und wieder mal aus den Nachbarländern bei uns vorbeischaut. Sicher käme er auch im Norden Chinas klar. Hier lebt der Rote Panda. Bei uns bildet er eine Wohngemeinschaft mit Europäischen Fischottern.

So schön anzusehen, auch noch für die nächsten Generationen?

Was für ein herrliches Tier! Das denken sich viele, wenn nicht alle Besucher. Dabei wird häufig vergessen, dass die wild lebenden Artgenossen um das Überleben ihrer Art kämpfen. Verlust von Lebensraum, direkte Bejagung oder Klimaveränderungen sind allzuhäufig die Ursache. Wie hoch das Risiko des Aussterbens für die im Zoo Schwerin gezeigten Tierarten ist, sehen Sie hier:

Bewohner Bedrohungsstatus Zuchtprogramme
Amur-Tiger stark gefährdet (EN) EEP / ISB / GSMP
Rothund stark gefährdet (EN) EEP
Roter Panda stark gefährdet (EN) EEP / ISB / GSMP
Europ. Wolf nicht gefährdet (LC)  -
Braunbär potentiell gefährdet (NT)  ESB

 

Fütterungen

Fischotter

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Tierpatenschaften

Amur Tiger

Amur Tiger

Steckbrief

wiss. Name Panthera tigris altaica
Größe 190 bis 220 cm
Gewicht 100 bis 300 kg
Gewicht Großkatzen
Anzahl 3 in Schwerin / 360 wild lebend

Der Sibirische oder auch Amurtiger genannt, bewohnt wie sein Name schon verrät die kalten Gegenden im Grenzgebiet zwischen China, Russland und Korea. Tiger sind Einzelgänger, wobei sich die Territorien eines Männchens mit denen mehrerer Weibchen überlappen.

Der Zoo Schwerin hält derzeit einen Jungen Kater namens Murray und die beiden Weibchen Angara und Djuna. Djuna ist mit 19 Jahren schon eine eher betagte Dame. Alle drei Tiger sind im Erhaltungszuchtprogramm (EEP) erfasst. Da es aktuell aber keine weiteren Zoos gibt, die Tiger aufnehmen könne, dürfen unsere Tiger nicht züchten.

Artenschutz

Ursprünglich waren Tiger vom Kaukasus bis Ost China verbreitet. Heute sind sie auf stark fragmentierte Gebiete beschränkt. Lebensraumverlust und vor allem Wilderei für die traditionelle Medizin haben alle Unterarten des Tigers an den Rand der Ausrottung gebracht. Es gibt Bestrebungen Tiger in geeigneten Habitaten wieder einzubürgern. Die Population des Sibirischen Tigers wird derzeit auf 360 Individuen geschätzt und die Unterart wird daher als „stark gefährdet (EN)“ eingestuft.

Eurasischer Braunbär

Eurasischer Braunbär

Steckbrief

wiss. Name Ursus a. arctos
Größe 100 bis 280 cm
Gewicht 80 - 270 kg
Tiergruppe Raubtiere
Anzahl 2 in Schwerin / in Europa rund 14.000

Der Europäische Braunbär ist deutlich kleiner als Vertreter der Art in Nordamerika. In nördlichen Breiten halten Bären eine Winterruhe. Sie beginnt zwischen Oktober und Dezember und endet zwischen März und Mai. In dieser Zeit gebären die Weibchen ihre Jungen. Sie gehören wie wir Menschen zu den Allesfressern und Sohlengängern.

Bei uns leben die beiden Schwestern Vica und Claudia. Beide wurden 1993 im Zoo München geboren. Sie teilen sich ihre Anlage mit den beiden Europäischen Wölfen Leon und Chrissi.

Artenschutz

Auf Grund massiver Bejagung und seiner immer kleiner werdenden Lebensräume ist der Braunbär in Deutschland ausgestorben. In Mecklenburg im 18. Jahrhundert. In West- und Mitteleuropa gibt es nur noch lokal begrenzte Populationen die sich auf bewaldete Gebirgsregionen beschränken. Aufgrund der Gesamtsituation des Braunbären, wird er jedoch als „nicht gefährdet (LC)“ beurteilt. Es gibt Bemühungen, es den verbliebenen Bärenpopulationen zu ermöglichen, wieder in geeignete Lebensräume zurückzukehren.

Eurasischer Wolf

Eurasischer Wolf

Steckbrief

wiss. Name Canis lupus
Größe 120 cm
Gewicht bis 70 kg
Tiergruppe Raubtiere
Anzahl 2 in Schwerin

Es ist kaum zu glauben aber vom Bernhardiner bis zum Dackel stammen alle unsere geliebten Haushunde vom Wolf ab. Trotzdem schneidet der Wolf in Märchen, Mythologie und Sagen in unseren Breiten eher schlecht ab. Ganz anders sahen dies viele jagende Völker im Norden Amerikas und Asiens. Sie verehrten ihn wegen seiner Ausdauer und seines Jagdgeschicks.

Unser Wolfspaar Leon und Chrissi teilt mit unseren Bären eine Wohngemeinschaft. Sollten diese zu aufdringlich werden, so können sich die beiden in ihr Séparée im hinteren Bereich des Geheges zurückziehen. Durch die Öffnung passen die Bären nicht durch.

 

Artenschutz

Als erfolgreichste sozial lebende Wildhundart waren Wölfe historisch gesehen auf nahezu der gesamten nördlichen Halbkugel zu finden. Die Verfolgung durch den modernen Mensch hat ihn allerdings aus weiten Teilen der ursprünglichen Verbreitung vertrieben. Heute siedelt er sich auch in Deutschland wieder an. Toleranz und Wildtier-Management werden notwendig sein, damit dies dauerhaft erfolgreich sein kann. Global betrachtet, ist der wohl jedoch als "nicht gefährdet (LC)" eingestuft.

Europäisches Reh

Europäisches Reh

Steckbrief

wiss. Name Capreolus capreolus
Größe bis 90 cm
Gewicht bis 25 kg
Tiergruppe Paarhufer
Anzahl 2 in Schwerin

Als Kulturfolger ist das Reh sehr anpassungsfähig.  Sie kommen daher je nach Habitat und Jahreszeit als Einzelgänger bis hin zu Großrudeln vor. Wie alle Hirsche tragen männliche Rehe Geweihe. Mit nur 15-20 cm Länge ist ihr Kopfschmuck eher klein.  Das erleichtert es dem Rehbock sich bei Gefahr durch das Unterholz zu drücken.

Im Zoo gilt das Reh als sehr schwieriger Pflegling, da sie anfällig auf Parasitosen sind und hohe Ansprüche an die Fütterung stellen. Wir halten derzeit 2 weibliche Tiere gemeinsam mit unseren Wildschweinen.

Artenschutz

Historisch gesehen war das Reh in Deutschland eher selten. Erst mit dem Einsetzen der massiven, landwirtschaftlichen Nutzung der Landschaft und dem Verschwinden großer Beutegreifer am Ende des 19. Jahrhunderts, stieg die Anzahl deutlich an. Jährlich werden in Deutschland rund 1,1 Millionen Stück Rehwild erlegt und ca. 180.000 fallen dem Straßenverkehr zum Opfer. Trotzdem ist es das häufigste Schalenwild unserer Breiten und wird daher als „nicht gefährdet (LC)“ eingestuft.

Eurasischer Fischotter

Eurasischer Fischotter

Steckbrief

wiss. Name Lutra lutra
Größe 100 - 130 cm
Gewicht 7 - 12 kg
Tiergruppe Raubtiere
Anzahl 3 in Schwerin

Das Fell unseres heimischen Fischotters hat rund 50.000 Haare pro Quadratzentimeter. Der Mensch besitzt mit gerade mal 120 Haaren vergleichsweise wenige. Die hohe Dichte verhindert, dass Wasser an seine Haut gelangt. Neben dem stromlinienförmigen Körperbau, den Schwimmhäuten zwischen den Zehen, den kleinen Ohren und der verschließbaren Nase, ist dies die wichtigste Anpassung an sein Leben im Wasser.

Wir halten derzeit zwei Schwestern namens Murphy und Gerda, sie sind Waisenkinder aus Mecklenburg. Unser Männchen Kali wurde vor 10 Jahren bei uns im Zoo Schwerin geboren.

Artenschutz

Der Fischotter ist in Mecklenburg-Vorpommern fast flächendeckend nachweisbar. Trotzdem ist er in weiten Teilen Mitteleuropas auf Grund von früherer Bejagung und Umweltverschmutzung bedroht oder sogar ausgestorben. Die Art wird als „potentiell gefährdet (NT)“ kategorisiert. Deshalb wird er in europäischen Zoos auch in einem EEP koordiniert gezüchtet.

Roter Panda

Roter Panda

Steckbrief

wiss. Name Ailurus fulgens
Größe 120 cm lang
Gewicht 4 – 6 kg
Tiergruppe Raubtiere
Anzahl 2 in Schwerin / ca. 10.000 wild lebend

Da sich der Rote Panda ebenso wie der große Panda fast ausschließlich von Bambus ernährt, haben sich aus den Knöchelchen der Handwurzelgelenke sogenannte Pseudodaumen entwickelt. Diese ermöglichen es ihm die Bambusstängel zu greifen, um an die begehrten Blätter zu gelangen.

Polly stammt aus Kolmarden in Schweden und Leo aus Longleat in England. Beide wurden uns vom Zuchtbuch-Koordinator (EEP) zugeteilt und sollen in Zukunft zur Arterhaltung beitragen.

Artenschutz

Knochenfunde belegen, dass der Rote Panda zur letzten Eiszeit noch in Europa beheimatet war. Die anschließende Klimaerwärmung hat ihn vermutlich an die kühlen Berghänge des Himalayas zurückgedrängt. Heute ist er durch Lebensraumverlust vor allem in Folge von Rodung als stark bedroht gelistet. Der Verband der Zoolgischen Gärten (VdZ) unterstützt den WWF in seinen Bemühungen um den Roten Panda. Die Internationale Artenschutzunion stuft die Art als „stark gefährdet (EN)“ ein.

Damhirsch

Damhirsch

Steckbrief

wiss. Name Dama dama
Größe 120 bis 140 cm
Gewicht 50 bis 110 kg
Tiergruppe Paarhufer und Wiederkäuer
Anzahl ca. 10 in Schwerin

Wie alle Hirsche trägt auch das männliche Damwild, um zu imponieren und für den Kampf, ein Geweih. Dieses Schaufelgeweih wird März/April abgeworfen, um sogleich von neuem zu wachsen. Im Wachstum ist es von der Basthaut überzogen die Ende August abgestreift („gefegt“) wird. Im Unterschied zu Hörnern besteht das verfegte Geweih aus abgestorbenem Knochen.

Unsere Damhirsche im Zoo Schwerin wurden über viele Generationen in Menschenhand gezüchtete. Daher finden Sie auch Schwärzlinge (Melanismus) und Isabellen (cremefarben) unter unseren Tieren.

Artenschutz

Das Damwild stammt ursprünglich aus Kleinasien und wurde durch Phönizier, Römer und Normannen in Europa verbreitet. Von hier aus wurde es nach Amerika, Südafrika und Australien gebracht. Daher wir die Art als „nicht gefährdet LC“ gewertet. In seinem ursprünglichen Lebensraum gilt das sogenannte Mesopotamische Damwild wiederum als "stark gefährdet (EN)". Auswilderungsprojekte in Israel und im Iran sollen die Population stärken.

Mufflon

Mufflon

Steckbrief

wiss. Name Ovis gmelini musimon
Größe ca. 90 cm Schulterhöhe
Gewicht 35 bis 60 kg
Tiergruppe Paarhufer und Wiederkäuer
Anzahl 6 in Schwerin

Nach neueren Untersuchungen handelt es sich bei Europäischen Mufflons um ein in der Jungsteinzeit verwildertes primitives Hausschaf. Ursprünglich auf Sardinien und Korsika beheimatet wurde es in der Neuzeit in weiten Teilen Europas zur Jagd ausgewildert.

Unsere Mufflons bewohnen gemeinsam mit den Damhirschen eine für Besucher begehbare Anlage. Hier dürfen die Tiere auch mit den im Zoo erhältlichen Pellets gefüttert werden.

Artenschutz

Im Jahr 1902 wurde das erste Mufflon in Deutschland bzw. im heutigen Polen (Schlesien) ausgewildert. In Deutschland wurden im Jagdjahr 2014/2015 ca. 8.000 Stücke Muffelwild erlegt. Als verwildertes Haustier wird das Mufflon in der Roten Liste nicht geführt.

Wildschwein

Wildschwein

Steckbrief

wiss. Name Sus scrofa
Größe 130 - 170 cm
Gewicht 40 bis 150 kg
Tiergruppe Paarhufer
Anzahl 4 in Schwerin (+ Frischlinge)

Die Rotte ist die Bezeichnung des Jägers für eine Gruppe von Schwarzwild (Wildschweinen). Sie wird gebildet aus mehreren Bachen (Sauen), ihren Frischlingen (Ferkeln) und Überläufern (einjährige Tiere beiderlei Geschlechts). Männliche Überläufer werden aus der Rotte vertrieben und finden sich in eigenen Gruppen zusammen. Erwachsene Männchen (Keiler) leben häufig als Einzelgänger.

Bei uns im Zoo sehen sie unseren Keiler mit drei Bachen und deren Frischlingen in ihrem charakteristischen Streifenkleid. Sie teilen sich die Anlage mit unseren beiden Rehen.

Artenschutz

Wildschweine sind in Europa derzeit "nicht bedroht (LC)". Ihre Bestände nehmen durch landwirtschaftliche Monokulturen wie Mais und Raps (bieten viel Nahrung und Deckung) aber auch durch Erschließung neuer Lebensräume (Städte) weiterhin zu. So hat sich die jährliche Jagdstrecke im bundesweiten Durchschnitt, seit den 1960er Jahren um das sechszehnfache zugenommen.