Quirlig bis faul –
die Tiere Südamerikas!

/

Lange Nasen, goldene Köpfe – Südamerika ist Vielfalt pur!

Ameisenbären,  Affen und Reptilien –  wo soll man anfangen?

Sehr artenreich geht es in Südamerika zu. In unserem Humboldthaus teilen sich Köhlerschildkröten, Grüne Leguane und die Stars Fridolin & Trude - unsere Goldkopflöwenäffchen – eine Anlage. Manchmal stolpert auch Faultier Alvin hier durch. Meist hängt er aber lieber im Besucherbereich ab, gleich bei den Totenkopfaffen.

Für alle etwas dabei!

Drei große Aquarien gewähren Einblicke in die Unterwasserwelt Südamerikas. Auch Krabbeltieren, die im Laub und Unterholz des tropischen Regenwaldes vorkommen, kann man begegnen. Ständig etwas los ist im Garten des Baumhauses, denn hier leben Nasenbären und Halsband-Pekaris – die südamerikanischen Wildschweine – gemeinsam und halten sich gegenseitig auf Trapp. Hier kommen bald unsere Rückenstreifen-Kapuziner noch mit dazu. Auch Flachlandtapire, Maras und Wasserschweinen haben eine gemeinsame WG. Die sind übrigens auch Nachbarn von unseren langnasigen Großen Ameisenbären Felice & Carlos und ihren langbeinigen Untermietern, den Darwin-Nandus. Die sehen ähnlich aus wie Strauße, sind aber keine. Denn die leben ja in Afrika!

So schön anzusehen, auch noch für die nächsten Generationen?

Was für ein herrliches Tier! Das denken sich viele, wenn nicht alle Besucher. Dabei wird häufig vergessen, dass die wild lebenden Artgenossen um das Überleben ihrer Art kämpfen. Verlust von Lebensraum, direkte Bejagung oder Klimaveränderungen sind allzu häufig die Ursache. Wie hoch das Risiko des Aussterbens für einige der im Zoo Schwerin gehaltenen Tierarten ist, steht hier:

 

Bewohner Bedrohungsstatus Zuchtprogramme
Großer Ameisenbär gefährdet (VU) EEP / ISB
Goldkopflöwenäffchen stark gefährdet (EN) EEP / ISB
Rotknievogelspinne potentiell gefährdet (NT)  -
Köhlerschildkröte gefährdet (VU)  -
Gelbrustkapuziner vom aussterben bedroht (CR)  EEP / ISB

Fütterungen

Fütterung im Humboldthaus

12.00 Uhr

alle Fütterungen

Mithelfen!

Helfen Sie uns durch die Übernahme einer Tierpatenschaft. Zum Beispiel als Geschenk!

Tierpatenschaften

Das gibt's zu erleben!

Großer Ameisenbär

Großer Ameisenbär

Steckbrief

wiss. Name Myrmecophaga tridactyla
Gewicht 18 bis 52 kg
Größe 100 bis 140 cm lang
Tiergruppe Nebengelenktiere
Anzahl 2 in Schwerin

Mit unverwechselbarem Äußeren trottet der Große Ameisenbär durch tropische und subtropische Lebensräume Südamerikas. Immer auf der Suche nach Termiten und Ameisen. Bis zu 35.000 Stück angelt er täglich mit seiner langen feuchten Zuge aus ihren Bauten. Zudem besitzt er an den Vorderfüßen scharfe Krallen, die er zum Öffnen der Bauten nutz, die ihn aber auch zu einem gefährlichen Gegner für Jaguar und Puma machen.

Carlos und Felice bewohnen seit 2011 das Humboldthaus in Schwerin. Carlos ist eine Handaufzucht aus dem Zoo Berlin und pflegt daher besonderen Umgang mit seinen Tierpflegern. Tagsüber sind beiden auf ihrer Außenanlage, gerne liegen sie unter dem Anbau zum Humboldthaus.

Artenschutz

Es wird angenommen, dass die Population des Großen Ameisenbären in den letzten 10 Jahren um 30% abgenommen hat. Hauptverantwortlich dafür sind Lebensraumverlust, Buschfeuer und der Straßenverkehr. Daher wird er als "gefährdet (VU)" gelistet. Mit der Unterstützung einiger Zoos wurden Große Ameisenbären in Argentinien wieder ausgewildert. Der Zoo Schwerin beteiligt sich am EEP für den Großen Ameisenbären.

Goldkopflöwenäffchen

Goldkopflöwenäffchen

Steckbrief

wiss. Name Leontopithecus chrysomelas
Größe 55 – 65 cm
Gewicht 480 – 700 g
Tiergruppe Krallenaffen
Tiergruppe 2 in Schwerin / ca. 6.000 wildlebend

Goldkopflöwenäffchen leben in Familien von bis zu acht Individuen, in denen nur das dominante Paar züchtet. Die Jungtiere werden v. a. vom Vater und älteren Geschwistern getragen und kommen nur zum Säugen zur Mutter. So kann diese ihre Energie in die Milchproduktion stecken.

Bei uns lebt ein älteres Pärchen aus dem Zoo Wuppertal, Fridolin & Trude. Beide sollen auf Empfehlung des EEPs nicht züchten, weswegen Trude ein Hormonimplantat trägt. Zu der Lieblingsnahrung der beiden gehören Mehlwürmer und Heimchen.

Artenschutz

Goldkopflöwenäffchen sind in ihrem Bestand "stark gefährdet (EN)". Der Hauptgrund ist die Zerstörung ihres Lebensraums, dem brasilianischen Regenwald. Dieser wird zur Gewinnung landwirtschaftlicher Nutzflächen (Palmöl, Soja) und zur Holznutzung gerodet. Wir beteiligen uns am EEP für Goldkopflöwenäffchen

Gelbbrust-Kapuziner

Gelbbrust-Kapuziner

Steckbrief

wiss. Name Sapajus xanthosternos
Größe 40 cm
Gewicht ca. 4 kg
Tiergruppe Neuweltaffen
Anzahl 3

Die Gelbbrust-Kapuziner sind eine von zwei im Zoo Schwerin gehaltene Kapuzineraffenart. Gerade sind wir dabei eine größere Zuchtgruppe aufzubauen. Hierbei ist der Zuchtbuchkoordinator (sitzt in einem Zoo in Frankreich) behilflich und vermittelt Tiere aus anderen Zoos in Europa an uns. Dabei handelt es sich meist um Tiere, die von ihrer Familie nicht mehr akzeptiert werden oder denen nicht ausreichend Platz zur Verfügung stand. Aktuell leben drei Männer bei uns und wir freuen uns schon auf neue Zugänge.

Artenschutz

Zugunsten der Gelbbrust-Kapuziner, die als "vom aussterben bedroht (CR)" eingestuft sind, haben wir die Zucht der Rückenstreifen-Kapuziner aufgegeben. Letztere sind "nicht gefährdet (LC)". Mit einer eigenen züchtenden Gruppe möchten wir das Europäische Erhaltungszuchtprogramm (EEP) unterstützen. Allerdings sind alle Kapuzinerarten zunehmenden gefährdet, da sie immer mehr Lebensraum durch Holzeinschlag und Landwirtschaft verlieren. Innerhalb der letzten drei Generationen ist die Anzahl noch wildlebender Tiere um 80% gesunken!

Rückenstreifen-Kapuziner

Rückenstreifen-Kapuziner

Steckbrief

wiss. Name Sapajus libidinosus
Größe 35-45 cm
Gewicht bis 4,8 kg
Tiergruppe Neuweltaffen
Anzahl 4 im Zoo Schwerin

Im Zoo Schwerin werden zwei Arten von Kapuzineraffen gehalten. Unsere vier Rückenstreifen-Kapuziner sind alles Männer und leben gemeinsam mit den Nasenbären und Pekaris in der Anlage unter dem Baumhaus. Sie stammen aus einer ehemals sehr großen Gruppe, wurden aber dort nicht mehr akzeptiert. Die Gelbbrustkapuziner befinden sich in der Nachbarschaft der Tapire.

Artenschutz

Alle Kapuzinerarten sind zunehmend gefährdet. Vor allem durch den steten Verlust von Lebensraum, also durch Abholzung und Brandrodung. Auch werden Kapuziner direkt bejagt. Rückenstreifen-Kapuziner werden jedoch als "nicht gefährdet (LC)" eingestuft, da sie sehr anpassungsfähig sind. Anders als die ebenfall im Zoo Schwerin gehaltenen Gelbbrust-Kapuziner, sie geleten als "vom aussterben bedroht (CR)".

Bolivianischer Totenkopfaffe

Bolivianischer Totenkopfaffe

Steckbrief

wiss. Name Saimiri b. boliviensis
Größe 64 – 75 cm
Gewicht 700 – 1000 g
Tiergruppe Kapuzinerartige
Anzahl 4 in Schwerin

Bei den Bolivianischen Totenkopfaffen geben die Weibchen den Ton an. Sie bilden den Kern der Gruppe. Die Männchen dürfen sich am Rand der Gruppe aufhalten und sich nur zur Paarungszeit nähern. Das kräftigste Männchen darf sich zuerst paaren.

 

Das EEP für Bolivianische Totenkopfaffen sucht immer wieder Halter für Männchen, die aus ihren Familien geworfen wurden oder die nicht zur Zucht eingesetzt werden sollen. Deshalb haben wir uns dazu entschlossen eine reine Männergruppe zu halten. Die sind auch etwas harmonischer als gemischte Gruppen.

Artenschutz

Beim Bolivianischen Totenkopfaffen unterscheidet man zwei Unterarten. Beide gelten laut der Roten Liste der IUCN als "nicht gefährdet (LC)". Die Art hat ein großes Verbreitungsgebiet und ist sehr anpassungsfähig

Südamerikanischer Nasenbär

Südamerikanischer Nasenbär

Steckbrief

wiss. Name Nasua nasua
Größe 55 – 116 cm
Gewicht 2 – 7,2 kg
Tiergruppe Kleinbären
Anzahl 3 in Schwerin

Nasenbären können sehr gut riechen. Mit Hilfe ihrer Nasen spüren sie ihre Nahrung auf, bevorzugen Insekten, die sich im Holz oder Boden verstecken. Mehrere Weibchen leben zusammen mit ihren Jungtieren in einer Gruppe, während die Männchen Einzelgänger sind.  Sie werden nur zur Paarungszeit von den Weibchen geduldet.

Bei uns leben drei Männchen gemeinsam mit Pekaris auf einer Anlage. Trotz ihrer geringeren Größe sind sie gegenüber den Pekaris recht frech und klauen diesen das Futter. Zur Not kann man ja auf die Bäume flüchten.

Artenschutz

Südamerikanischer Nasenbären sind laut der Roten Liste der IUCN "nicht bedroht (LC)". Südamerikanische Nasenbären werden zwar wegen ihres Fleisches und Felles gejagt, sind aber weit verbreitet.

Sumpfmeerschwein

Sumpfmeerschwein

Steckbrief

wiss. Name Cavia magna
Größe 25 – 30 cm
Gewicht 500 – 600 g
Tiergruppe Nagetiere
Anzahl 3 in Schwerin

Sumpfmeerschweinchen leben in saisonal überschwemmten Feuchtgebieten. Daher können sie sehr gut schwimmen, versuchen dies aber zu vermeiden. Ihren Kot setzen sie im seichten Wasser ab. Die Weibchen haben vergrößerte Geschlechtsorgane, weswegen man sie mit Männchen verwechseln kann.

Bei uns lebt ein Zuchttrio aus einem Männchen und zwei Weibchen. Sumpfmeerschweinchen werden sehr zutraulich. Der Tierpfleger muss beim Öffnen der Gehegetür aufpassen, dass kein Sumpfmeerschweinchen entgegen gesprungen kommt.

Artenschutz

Das Sumpfmeerschweinchen gilt als "nicht bedroht (LC)". Es existieren noch große Populationen und insgesamt scheint der Bestand stabil zu sein. In Zoos wird die Art nicht häufig gehalten. Außer in Schwerin nur noch in sechs weiteren Zoos.

Darwin-Nandu

Darwin-Nandu

Steckbrief

wiss. Name Pterocnemia p. pennata
Größe 92 – 100 cm (Rückenhöhe)
Gewicht 12 – 25 kg
Tiergruppe Laufvögel
Anzahl 3 in Schwerin

Nandus gehören, wie auch der Afrikanische Strauß, zu den Laufvögeln. Bei denen läuft alles etwas anders. Der Hahn umwirbt mehrere Hennen, die anschließend ihre Eier (bis zu 20 pro Henne) in sein Nest ablegen. Danach vertreibt er die Hennen, brütet das Gelege selbst aus und zieht anschließend die Küken alleine auf.

Bei uns lebt ein Hahn mit zwei Hennen zusammen. Sie teilen sich ihre Außenanlage mit den Großen Ameisenbären. Wir hoffen, dass wenn der Hahn in ein paar Jahren alt genug ist, wir Nachwuchs haben werden.

Artenschutz

Laut der Roten Liste der IUCN gilt der Darwin-Nandu als "nicht bedroht (LC)". Im natürlichen Verbreitungsgebiet gibt es Maßnahmen um die illegale Jagd und das Absammeln der Eier zu reduzieren. Wir nehmen am ESB für Darwin-Nandus teil. Häufiger ist die Schwesterart, der Große Nandu,  in Zoos zu sehen.

Wasserschwein

Wasserschwein

Steckbrief

wiss. Name Hydrochoerus hydrochaeris
Größe 1,0 – 1,4 m
Gewicht 35 – 65 kg
Tiergruppe Nagetiere
Anzahl 2 in Schwerin

Das Wasserschwein, auch Capybara genannt, ist das größte Nagetier der Welt. Sie können sehr gut schwimmen und tauchen. Den Großteil ihres Lebens verbringen sie im Wasser. Auch die Paarung findet dort statt.

Bei uns lebt ein Pärchen, Herr und Frau Böcking. Er stammt aus dem Heimattierpark Greifswald und sie kommt aus dem Zoo Osnabrück. Seit 2016 leben sie zusammen bei uns und wir hoffen auf regelmäßigen Nachwuchs.

Artenschutz

Das Wasserschwein gilt als "nicht gefährdet (LC)“. Sie werden zwar ihres Fleisches und ihrer Haut wegen gejagt, doch durch die Haltung und Zucht in Farmen konnte der Druck auf die wildlebende Population reduziert werden. Zusätzlich kommt die Art in vielen geschützten Gebieten vor.

Zweifinger-Faultier

Zweifinger-Faultier

Steckbrief

wiss. Name Choloepus didactylus
Anzahl 2 in Schwerin

Faultiere sind perfekt an das Leben in den Baumkronen der Regenwälder angepasst. Sie haben einen speziell entwickelten Verdauungstrakt, um sich von Blättern ernähren zu können. Lange und gebogene helfen ihnen, sich kopfüber über Äste zu hangeln und tragen ihren Scheitel auf dem Bauch, damit das Regenwasser seitlich besser abfließen kann.

Unsere Faultiere Alvin und Ayla haben gemeinsam zwei Töchter und einen Sohn. Da Faultiere eigentlich Einzelgänger sind und es gelegentlich zu heftigen Auseinandersetzungen kommt, wurden die Jungtiere an andere Zoos abgegeben.

Artenschutz

Weil sich Zweifingerfaultiere nahezu ausschließlich hoch in den Baumkronen aufhalten und sie traditionell nicht bejagt werden, findet man sie immer noch relativ häufig in den Regenwäldern Mittel- und Südamerikas. Sie werden als „nicht gefährdet (LC)“ eingestuft.

Flachlandtapir

Flachlandtapir

Steckbrief

wiss. Name Tapirus terrestris
Größe 80 bis 110 cm
Gewicht 150 bis 250 kg
Tiergruppe Unpaarhufer
Anzahl 4 in Schwerin / Natur unbekannt

Als „lebende Fossilien“ gibt es Tapire seit etwa 50 Millionen Jahren in ihrer heutigen Bauform. Ihre nächsten lebenden Verwandten sind Pferde und Nashörner. Wie diese sind sie Pflanzenfresser und ernähren sich vor allem von Blättern, Früchten und Samen. Durch das Verbreiten der Samen dient der Tapir seinem Lebensraum auch als Gärtner.

Im Zoo Schwerin leben derzeit Prinz (18) aus Nürnberg, Carina (6) aus Dortmund und deren Söhne Diego und Pelle. Da er bei seiner Geburt praktisch haarlos war, was für Tapire eigentlich ungewöhnlich ist, wurde er auf den Namen Pelle getauft.

 

Artenschutz

Erwachsene Flachlandtapire haben als größtes Landsäugetier Südamerikas außer Jaguar und Puma kaum natürliche Feinde. Der Mensch stellt vor allem durch Lebensraumzerstörung die größte Gefahr für den Flachlandtapir dar. Noch ist der Flachlandtapir die zahlenmäßig häufigste Tapirart, gilt dennoch als "gefährdet (VU)". Da die Population stark abnimmt gibt es im Zoo ein Erhaltungszuchtprogramm (EEP). Mehr Informationen zum Tapir bieten die Kollegen der IUCN hier.

Bergmeerschweinchen

Bergmeerschweinchen

Steckbrief

wiss. Name Kerodon rupestris
Größe bis 40 cm
Gewicht 612 – 1000 g
Tiergruppe Nagetiere
Anzahl 3 in Schwerin

Bergmeerschweinchen bewohnen paarweise oder in kleinen Haremsgruppen felsige Gebiete Brasiliens. Tagsüber verstecken sie sich in den Felsspalten und gehen nachts auf Nahrungssuche (vornehmlich Laub). Jungtiere sind bei der Geburt vollständig behaart, können sehen und schon laufen.

Für Besucher sind sie etwas schwierig zu finden. Die Tiere bewohnen eine Anlage neben der Freianlage der Kapuziner. Hier ist eine Voliere sowie ein Innenbereich, der auch Besuchern einen kleinen Aufenthaltsraum bietet. Wir halten ein Zuchtpaar, das jährlich Nachwuchs hervorbringt.

 

Artenschutz

Bergmeerschweinchen werden wegen ihres Fleisches stark bejagt. Jedoch liegen einige ihrer Verbreitungsgebiete in geschützten Regionen, so dass die Art momentan als „nicht gefährdet (LC)“ geführt wird. In Zoos wird die Art nicht häufig gehalten.

Alpaka

Alpaka

Steckbrief

wiss. Name Vicugna pacos
Größe 80 – 100 cm
Gewicht 55 – 80 kg
Tiergruppe Kamele
Anzahl 3 Stk. in Schwerin

Das aus den Anden stammende Alpaka ist ein Haustier und ist die domestizierte Form des Vikunja. Es wird vor allem wegen seiner Wolle gezüchtet und ist in seiner Rolle als Nutztier mit unseren Schafen vergleichbar. Bei Auseinandersetzungen mit Artgenossen werden diese bespuckt. Bei der "Spucke" handelt es sich um anverdauten Nahrungsbrei. Guten Appetit.

Bei uns lebt der Alpakahengst Rudi zusammen mit den zwei Stuten Antonia & Hellbraune. Alle ein bis zwei Jahre müssen die Tiere geschoren werden, da bei den Alpakas - wie bei den meisten Schafen - der natürliche Fellwechsel weggezüchtet wurde. Wissenschaftlich ist es nicht endgültig geklärt wie Lama, Alpaka, Guanako und Vikunja mit einander verwandt sind. Alle vier Formen werden als Neuweltkamele zusammengefasst, sind also mit den höckertragenden Dromedaren und Trampeltiere verwandt.

Artenschutz

Alpakas gehören nicht zu den bedrohten Haustierrassen. Auch in Deutschland erfreuen sie sich immer größerer Beliebtheit. Sie sind genügsam und werden u. a. gerne für die tiergestützte Therapie eingesetzt. Die Wildformen der Neuweltkamele sind alle als "nicht gefährdet (LC)" eingestuft.

Großer Mara

Großer Mara

Steckbrief

wiss. Name Dolichotis patagonum
Größe 63 – 84 cm
Gewicht 7 – 9 kg
Tiergruppe Nagetiere
Anzahl 9 in Schwerin

Beim Großen Mara bleiben Paare ein Leben lang zusammen und bilden mit anderen Pärchen lose Verbände. Um Nebenbuhler fernzuhalten, bespritzt das Männchen das Weibchen mit Urin. Außerdem bewacht er das Weibchen rund um die Uhr. So beschützt er das Weibchen auch vor Fressfeinden.

Bei uns leben aktuell neun Große Maras. Die Jungtiere werden in selbstgegrabenen Höhlen zur Welt gebracht. Sie sind Nestflüchter, das heißt sie können bereits kurz nach der Geburt laufen und bei Bedarf die Höhle verlassen.

Artenschutz

Der Große Mara gilt als "potentiell gefährdet (NT)". In den letzten 10 Jahren hat der Bestand um 30 % abgenommen. Durch Lebensraumzerstörung werden die einzelnen Populationen voneinander isoliert, was eine ungehinderte Vermehrung verhindert. Dazu wird der Große Mara, auch Pampashase genannt, wegen seines Fells bejagt.

Goldrückenaguti

Goldrückenaguti

Steckbrief

wiss. Name Dasyprocta leporina
Größe 48 – 68 cm
Gewicht 2,1 – 6 kg
Tiergruppe Nagetiere
Anzahl 2 in Schwerin

Agutis haben ein sehr starkes Gebiss und können daher auch einer der härtesten Nüsse der Welt, die Paranuss, knacken. Daneben fressen sie Blätter, Wurzeln und Früchte. Gerne folgen sie Affengruppen und ernähren sich von dem, was die Affen achtlos fallen lassen.

So auch bei uns im Zoo. Bei uns lebt ein Pärchen im Humboldthaus und sie teilen sich ihre Unterkunft mit den Totenkopfaffen. Auch hier fällt so manche Leckerei vom Himmel, über das sie sich dann freuen. Natürlich erhalten sie auch eigenes Futter direkt von den Pflegern.

Artenschutz

Goldrückenagutis sind „nicht gefährdet (LC)“. Sie haben ein großes Verbreitungsgebiet, das teilweise auch in Schutzgebieten liegt. Daneben sind sie recht anpassungsfähig und nutzen so auch Plantagen als Lebensraum.

Köhlerschildkröte

Köhlerschildkröte

Steckbrief

wiss. Name Chelonoidis denticulata
Größe bis 50 cm
Gewicht bis 20 kg
Tiergruppe Landschildkröten
Anzahl 12 in Schwerin

Kopf und Füße der Köhlerschildkröte sind mit gelben bis roten Flecken versehen. Sie erinnern den Betrachter an brennende Kohlen beim Köhler. Daher der Name. Neben Pflanzen und Aas, ernähren sie sich auch gerne vom Kot anderer Tiere. Mahlzeit!

Bei uns leben insgesamt 12 Köhlerschildkröten. Die Gruppe geht auf den Zuchterfolg unseres Paares Marla und Bob zurück, die 1991 bzw. 1999 in den Zoo Schwerin eingezogen sind.

Artenschutz

In der Roten Liste der IUCN wird die Köhlerschildkröte „nicht beurteilt (NE)“. Ein Problem was für viele Reptilien gilt, da nicht genug Daten über die Populationsgrößen vorliegen. Laut dem Washingtoner Artenschutzabkommen gilt die Art als "schutzbedürftig". Die Zerstörung des Lebensraumes und die Jagd zum Verzehr bedrohen die Bestände.

Grüner Leguan

Grüner Leguan

Steckbrief

wiss. Name Iguana iguana
Größe bis 2,3 m
Gewicht bis 5 kg
Tiergruppe Leguanartige
Anzahl 4 in Schwerin

Grüne Leguane können sehr gut schwimmen und tauchen. Sie ruhen gerne auf Regenwaldbäumen, die über das Wasser ragen. Bei Gefahr lassen sie sich einfach ins Wasser fallen und tauchen ab. Ist eine Flucht nicht möglich, verteidigen sie sich mit Schwanzschlägen.

Bei uns leben insgesamt vier Grüne Leguane. Richtig grün sind sie nicht, dies sind lediglich die Jungtiere. Im erwachsenen Alter sind die Leguane eher bräunlich. Vornehmlich bei den Männchen kommen noch kräftige Orangetöne dazu. Da Grüne Leguane groß und kräftig werden, sind sie für eine private Haltung ungeeignet. Unsere Tiere stammen aus einer Auffangstation, die Tiere von überforderten Privathaltern aufnehmen.

Artenschutz

In der Roten Liste der IUCN wird der Grüne Leguan „nicht geführt (NE)“. Ein Problem was für viele Reptilien gilt, da nicht genug Daten über die Populationsgrößen vorliegen. Laut dem Washingtoner Artenschutzabkommen gilt die Art als "schutzbedürftig". Die Zerstörung des Lebensraums und die Jagd zum Verzehr bedrohen die Bestände.

Abgottschlange

Abgottschlange

Steckbrief

wiss. Name Boa constrictor
Größe 1 – 4,50 m
Gewicht bis 25 kg
Tiergruppe Reptilien
Anzahl 1 in Schwerin

Abgottschlangen gehören zu den Würgeschlangen: sie umschlingen ihre Beute mit dem Körper und drücken die Blutzufuhr zum Herzen und zur Lunge ab. Im Gegensatz zu den meisten Reptilien vergraben Boas ihre Eier nicht. Sie reifen im Körper des Weibchens heran und die Jungtiere schlüpfen bei der Geburt.

Bei uns lebt eine über 25 Jahre alte Abgottschlange. Nur alle zwei bis drei Wochen braucht sie etwas zu fressen. Es ist geplant zukünftig die Haltung auf die in ihrem Bestand gefährdete Jamaika Boa umzustellen.

Artenschutz

In der Roten Liste der IUCN wird die Abgottschlange nicht geführt und ist daher als "nicht beurteilt (NE)". Ein Problem was für viele Reptilien gilt, da nicht genug Daten über die Populationsgrößen vorliegen. Laut dem Washingtoner Artenschutzabkommen gilt die Art als "schutzbedürftig".

Halsbandpekari

Halsbandpekari

Steckbrief

wiss. Name Pecari tajacu
Größe 40 bis 60 cm Schulterhöhe
Gewicht 15 bis 30 kg
Tiergruppe Nabelschweine
Anzahl ca. 15 in Schwerin

Halsbandpekaris leben in Verbänden von ca. 20 Tieren. Um soziale Bande zu festigen benutzen sie ein Sekret welches aus einer nabelförmigen Drüse auf dem Rücken stammt. Daher werden alle Pekariarten auch unter dem Begriff Nabelschweine zusammengefasst.

Unsere Pekaris leben in einer Wohngemeinschaft mit unseren drei Nasenbären, quasi im Garten des Baumhauses. Die Gruppe bringt regelmäßig Nachwuchs zur Welt.

Artenschutz

Das Halsbandpekari ist mit Ausnahme der Hochgebirge, Wüsten und dem äußersten Süden über ganz Lateinamerika verbreitet. Daher wird es derzeit als „nicht gefährdet (LC)“ eingestuft. Das Chaco-Pekari, ein Vetter des Halsbandpekaris, ist allerdings „stark gefährdet (EN)“.