Am Morgen des 15. November musste Streifenhyäne Kontsita wegen eines aggressiven Knochentumors eingeschläfert werden. In der vergangenen Woche wurde die zehnjährige Hyäne wegen einer auffälligen Verdickung am Kopf untersucht. Hierbei wurden Gewebeproben entnommen, Röntgenbilder angefertigt und eine Zahnbehandlung durchgeführt. Die Röntgenbilder und die Ergebnisse der Biopsie zeigten jedoch eindeutig, dass es sich um einen bösartigen Tumor handelte, der sich bereits stark im Unterkiefer ausgebreitet und diesen teilweise zersetzt hatte. Daher wurde nach Abwägung der Handlungsoptionen und der Perspektive des Tieres gemeinsam der Entschluss gefasst, ihr die weitere Entwicklung nicht zuzumuten.  

Kontsita kam im Jahr 2015 aus dem Zoo Magdeburg nach Schwerin und lebte in der ehemaligen Löwenanlage meist alleine. Streifenhyäne sind vornehmlich Einzelgänger, benötigen also nicht notwendigerweise einen Partner. Ohnehin akzeptierte Kontsita ihre Artgenossen ungern, wie auch das Männchen, das in Schwerin folglich nur ein paar Monate bei ihr verbrachte. Sie wurde 2008 im Zoo von Tallinn geboren.

Bei Streifenhyänen handelt es sich um eine zunehmend gefährdete Tierart mit einem großen Verbreitungsgebiet, das sich von Afrika bis nach Indien erstreckt. Für die Art hat sich mittlerweile ein Erhaltungszuchtprogramm in den europäischen Zoos etabliert, bislang gibt es aber nur etwa 60 Individuen. „Mit dem verantwortlichen Koordinator befinden wir uns aktuell im Austausch, um die Optionen für Schwerin zu prüfen. Gerne möchten wir weiter Streifenhyänen halten. Bei der alten Anlage bietet es sich an, einen Ruhesitz für ein älteres Tier zu schaffen, statt auf eine eigene Zucht zu drängen. So war es auch bereits bei Kontsita der Fall. Es fehlt an Ausweichmöglichkeiten, sollten mal Spannungen zwischen den Tieren auftreten“, so die Einschätzung des Zoodirektors.

Das Entwicklungskonzept sieht für die Zukunft eine größere Anlage an anderer Stelle vor, die dann auch tauglich für die Zucht und Haltung mehrerer Tiere sein soll. Das wird jedoch noch ein paar Jahre dauern. Bis dahin wird auch Klarheit herrschen, wie es mit der historischen Bärenanlage, dann Löwengehege und jetzigen Hyänenanlage weitergehen wird.