In dieser Woche startete das Gemeinschaftsprojekt von Schweriner Zoo und Stadtwerken zur Revitalisierung eines in der Vergangenheit entwässerten Verladungsmoores auf dem Schweriner Schelfwerder. Dabei wird der Schelfvoigtsteich durch die Errichtung einer Spundwand im Entwässerungsgraben mit seinen angeschlossenen Kalkflachmooren unabhängiger von den starken Wasserstandsschwankungen der Schweriner Seen. Ausgeglichene Wasserstände im Moor sorgen für den Erhalt und die Verbesserung der Lebensbedingungen selten gewordener Tier- und Pflanzenarten. Darüber hinaus wird die Freisetzung klimaschädlicher Gase eingeschränkt. Erstmalig finanzieren die Stadtwerke Schwerin ein Moorschutzprojekt gemeinsam mit dem Schweriner Zoo. Schließlich sind Moore nicht nur klimarelevant, sondern auch wertvolle Lebensräume für mittlerweile selten gewordene Arten.
„Mit UWE, dem freiwilligen Umwelt- Euro, bekommt jeder Zoo-Besucher die Möglichkeit, sich für den Erhalt von regionalen Biotopen zu engagieren. Unser erstes UWE-finanziertes Projekt am Schelfvoigtsteich zeichnet sich durch einen kalkreichen Untergrund, saure Böden sowie einen kleinen Moorkomplex aus – und ist daher trotz der relativ kleinen Fläche so attraktiv für eine Vielzahl an gefährdeten, seltenen Pflanzenarten. Dazu zählen unter anderem Armleuchteralgen, Seerosen, die Untergetauchte Wasserlinse, der Wasserschlauch und verschiedene Torfmoose. Außerdem fühlen sich hier insgesamt 23 Libellenarten und 24 Arten von Wasserkäfern genauso wohl wie Kammmolch und Laubfrosch, Schellente und Eisvogel. Am Rande Schwerins auf gerade einmal sechs Hektar so viele verschiedene, höhere Arten anzutreffen, ist schon sehr besonders,“ schwärmt Dr. Tim Schikora, Direktor des Schweriner Zoos.