Die Haltung von Wildtieren in Zoos hat eine lange Tradition. Ursprünglich standen vor allem die Haltung und Präsentation exotischer Tierarten im Mittelpunkt. Heute haben sich moderne Zoos grundlegend weiterentwickelt. Sie verstehen sich als Zentren des Natur- und Artenschutzes und übernehmen Verantwortung für den Erhalt der biologischen Vielfalt.
Dabei geht es um weit mehr als die Haltung bedrohter Tierarten. Zoos begeistern ihre Besucherinnen und Besucher für die Vielfalt des Lebens auf unserer Erde, vermitteln Wissen über die Ursachen des Artensterbens und zeigen auf, wie das eigene Handeln mit dem Zustand unserer Natur zusammenhängt. Sie schaffen Verständnis für ökologische Zusammenhänge und möchten Menschen dazu ermutigen, selbst einen Beitrag zum Schutz der biologischen Vielfalt zu leisten.
Genauso wichtig ist die Erkenntnis, dass kein Zoo allein wirksamen Artenschutz betreiben kann. Der Erhalt bedrohter Arten gelingt nur durch die enge Zusammenarbeit vieler Partner. Deshalb arbeiten Zoos weltweit in regionalen, nationalen und internationalen Netzwerken zusammen. Gemeinsam koordinieren sie Erhaltungszuchtprogramme, unterstützen Freilandprojekte, fördern wissenschaftliche Forschung und arbeiten eng mit Naturschutzorganisationen, Behörden und wissenschaftlichen Einrichtungen zusammen.
Erst dieses Zusammenspiel aus moderner Tierhaltung, Bildungsarbeit, Forschungsinitiativen, internationaler Zusammenarbeit und Natur- und Artenschutzmaßnahmen im natürlichen Verbreitungsgebiet einzelner Arten macht moderne Zoos zu einem wichtigen Baustein des globalen Artenschutzes.