Was machen wir -
für den Artenschutz?

Was machen wir?

Artenschutz bedeutet für uns, Verantwortung zu übernehmen – im Zoo und darüber hinaus. Deshalb engagieren wir uns in vielfältigen regionalen und internationalen Artenschutzprojekten und setzen uns gleichzeitig dafür ein, den Zoo Schwerin nachhaltig und ressourcenschonend zu betreiben.

Unser umfassendes Artenschutz-Konzept steht hier zum Download zur Verfügung.

Dabei bewegen auch wir uns innerhalb finanzieller, rechtlicher und betrieblicher Rahmenbedingungen. Dennoch suchen wir kontinuierlich nach Möglichkeiten, unseren ökologischen Fußabdruck zu verringern und unseren Beitrag zum Erhalt der biologischen Vielfalt weiter auszubauen.

Die Mehrzahl der Tierarten im Zoo Schwerin gilt heute als bedroht. Durch unsere Beteiligung an international koordinierten Erhaltungszuchtprogrammen leisten wir einen wichtigen Beitrag zum Aufbau und Erhalt gesunder Reservepopulationen dieser Arten.

Wir sind überzeugt, dass auch wir mit kleinen Schritten etwas bewegen können.

Südamerikanischer Riesenotter

Aus dem Zoo in Schwerin heraus wird der Zoobestand von Riesenottern (Pteronura brasiliensis) in Europa organisiert, das sogenannte Europäische Erhaltungszucht-Programm (EEP; auch: EAZA Ex Situ Programm). Hier laufen alle Informationen zu sämtlichen Individuen zusammen. Das schließt die kontinuierliche Kommunikation mit den 26 Partnerzoos in ganz Europa ein. Anhand dieser Informationen und dem geführten Zuchtbuch werden dann Zuchtempfehlungen, neue Verpaarungen, Tiertransfers und auch Zuchstopps ausgesprochen. 

Da die Populationen in Europa, besonders aber in den Zoos in Nord- und Südamerika, sehr klein sind, wird die Abstimmung auf globaler Ebene immer wichtiger. Auch das Internationale Zuchtbuch (ISB) wird in Schwerin verwaltet. 

EEP-Koordinator und internationaler Zuchtbuchführer: Dr. Tim Schikora, Biologe

82
Tiere in Europa (EEP)
26
Zoos in Europa (EEP)
29
Geburten im EEP 25/26

Auswilderung der Riesenotter in Argentinien

Erstmals seit ihrem Verschwinden in ganz Argentinien leben wieder Riesenotter (Pteronura brasiliensis) in der Wildnis des Landes. Die erfolgreiche Auswilderung einer Otterfamilie im Juli 2025 im Iberá-Nationalpark ist das Ergebnis jahrelanger internationaler Zusammenarbeit – mit dem Zoo Schwerin in einer zentralen Rolle. Die Elterntiere „Nima“ und „Coco“ der vierköpfigen Otterfamilie, die als erste ausgewildert wurde, stammen aus dem Europäischen Erhaltungszuchtprogramm (EEP), das vom Zoo Schwerin koordiniert wird. Die ausgewählten Tiere konnten durch die Koordination des Zoodirektors nach Argentinien verbracht und im Zuge des Projekts nun wiederangesiedelt werden. Weitere Auswilderungen sind in Planung.

Weißnackenkranich

Weißnackenkranich mit zwei Küken

Neben den Riesenottern koordiniert der Zoo Schwerin im Rahmen eines EEPs (EAZA Ex Situ Programm) die europaweite Erhaltungszucht der gefährdeten Weißnackenkraniche (Grus vipio). Die imposanten Vögel stammen ursprünglich aus den weitläufigen Feuchtgebieten der Mongolei, China und Russland. Durch fortlaufende Trockenlegung der Feuchtgebiete zugunsten intensivierter landwirtschaftlicher Nutzung schrumpft der natürliche Lebensraum der Weißnackenkraniche kontinuierlich. Schätzungen der IUCN gehen davon aus, dass die Art im natürlichen Verbreitungsgebiet nur noch weniger als 4500 Individuen zählt.

EEP-Koordinatorin: Julia Gottschlich, Zoologin

92
Tiere in Europa (EEP)
44
Zoos in Europa (EEP)
8
Küken im EEP 25/26

Schwalbensittich

Im Jahr 2015 wurde der Schwalbensittich (Lathamus discolor) aufgrund starker Populationsrückgänge in die Gefährdungskategorie "vom Aussterben bedroht" hochgestuft (IUCN Red List). Neben der Zerstörung des Lebensraumes (insbesondere der Rodung von Brutbäumen) spielt die Einschleppung des Kurzkopfgleitbeutlers (Petaurus breviceps) auf Tasmanien eine entscheidende Rolle im Rückgang, da jene Küken der Schwalbensittiche in ihren Baumhöhlen töten.

Europa beherbergt die größte Anzahl an in Menschenobhut gehaltenen Schwalbensittichen. Diese Tatsache und die Höherstufung der IUCN nahmen die Gesellschaft für Arterhaltende Vogelzucht e.V. (GAV) und die EAZA Parrot TAG zum Anlass, um 2015 ein Erhaltungszuchtprogramm für den Schwalbensittich ins Leben zu rufen. In Zusammenarbeit von privaten Vogelhaltern und Zoologischen Gärten soll eine gesunde Zuchtpopulation entstehen. Der Zoo Schwerin beteiligte sich an der Arbeitsgruppe, die den rechtlichen Rahmen dieser Kooperation ausarbeitete und erarbeitete zusammen mit dem Tiergarten Schönbrunn einen Haltungsleitfaden. Dieser definiert, wie die Vögel zu halten sind.

Projektbeauftragte: Sabrina Höft, Biologin

203
Tiere in Europa (EEP)
28
Institutionen in Europa (EEP)
39
Küken im EEP 25/26

Gelbwangenkakadu

EEP-Nachzuchten von Gelbwangenkakadus

Der Gelbwangenkakadu (Cacatua sulphurea), auch Kleiner Gelbhaubenkakadu genannt, gehört zu den am stärksten bedrohten Papageienarten der Welt. Sein natürliches Verbreitungsgebiet umfasst die Kleinen Sundainseln und Sulawesi in Südostasien. Aufgrund von Lebensraumverlust und dem anhaltenden illegalen Fang für den Heimtierhandel sind die Bestände in den vergangenen Jahrzehnten dramatisch zurückgegangen. Heute leben laut der Weltnaturschutzunion (IUCN) weniger als 2.000 Individuen in der Natur; die Art gilt als vom Aussterben bedroht (Critically Endangered).

Um eine langfristige Erhaltungspopulation in menschlicher Obhut aufzubauen und professionell zu betreuen, wurde 2017 unter der Schirmherrschaft der EAZA Parrot TAG ein EAZA Ex Situ Programm (EEP) eingerichtet. Aufgrund noch nicht vollständig geklärter Unterartenzugehörigkeiten liegt der Schwerpunkt des Programms derzeit nicht ausschließlich auf der Zucht. Ebenso wichtig sind die kontinuierliche Optimierung der Haltungsbedingungen sowie die Aufklärung der Zoobesucherinnen und Zoobesucher über die Bedrohung dieser charismatischen Papageienart, die vielerorts noch immer als Heimtier gehalten wird.

EEP-Koordinator: Maximilian Birkendorf, Umwelt- und Artenschutzkoordinator

62
Tiere in Europa (EEP)
26
Institutionen in Europa (EEP)
0
Küken im EEP 25/26

Auswilderung von Moorea-Baumschnecken

Dank der internationalen Zusammenarbeit zwischen Zoos konnte die größte Ansiedlung von in der Natur ausgestorbenen Partula-Schnecken in der Geschichte realisiert werden. Zum ersten Mal seit 40 Jahren konnte im Herbst 2025 wieder eine Population von Partula tohiveana (Moorea-Baumschnecken) in der Natur entdeckt werden – ein historischer Erfolg für den Naturschutz! Diese Art war in ihrem natürlichen Lebensraum bereits komplett ausgerottet worden und konnte nur durch die Haltung und Zucht in Zoos gerettet werden. Hunderte der ausgewilderten Schnecken stammen aus dem Zoo Schwerin.

Dank dieser Bemühungen konnte die Tierart auf der Roten Liste der IUCN von "EW" ("in der Natur ausgestorben") auf "CR" ("vom Aussterben bedroht") herabgestuft werden. Auch weiterhin koordiniert und unterstützt der Zoo Schwerin bei der Zucht und Auswilderung bedrohter Schneckenarten in der Region:

Im Jahr 2025 konnten bereits zum wiederholten Male Schweriner Schnecken nach Französisch-Polynesien verbracht werden - und für den Herbst 2026 ist eine erneute Bestandsstützung bereits in Planung.

 

 

Spenden für Artenschutz vor Ort

An verschiedenen Stellen des Zoos und während speziellen Veranstaltungen wie dem Welt-Nashorn- oder dem Welt-Giraffen-Tag sammeln wir Geldspenden von unseren Besuchern für Artenschutzpartner, mit denen wir bereits seit Jahren kooperieren. Dazu zählen die Artenschutzorganisationen „Save the Rhino“, „Giraffe Conservation Foundation“ und „Sphenisco". Diese Einrichtungen kümmern sich direkt im Lebensraum (in-situ) von Nashörnern, Giraffen und Humboldt-Pinguinen um deren Schutz. Die von unseren Besuchern vertrauensvoll an uns übergebenen Spenden führen wir zu 100 % der jeweiligen Organisation zu.

Gerne nehmen wir auch Spenden direkt auf unser Spendenkonto entgegen. Bitte benennen Sie den Verwendungszweck entsprechend.

IBAN: DE95 1405 2000 0380 0626 90
SWIFT-BIC: NOLADE21LWL
Sparkasse Mecklenburg-Schwerin

Nachhaltigkeit im Zoo

Nachhaltigkeit und ein verantwortungsvoller Umgang mit Ressourcen sind fester Bestandteil unseres Handelns. Denn unser Konsum und Ressourcenverbrauch haben unmittelbare Auswirkungen auf Lebensräume und die biologische Vielfalt weltweit.

Deshalb prüfen wir kontinuierlich, wie wir den Zoo Schwerin nachhaltiger gestalten können. Schritt für Schritt stellen wir in verschiedenen Bereichen des Zoobetriebs Arbeitsmaterialien, Produkte und Sortimente auf ressourcenschonende und möglichst nachhaltige Alternativen um. Dabei hinterfragen wir bestehende Prozesse, entwickeln sie weiter und suchen nach Lösungen, die ökologische Verantwortung und einen funktionierenden Zoobetrieb miteinander verbinden.

Jede einzelne Maßnahme mag für sich klein erscheinen – in ihrer Summe leisten sie jedoch einen wichtigen Beitrag zu einem nachhaltigeren Zoo. Diesen Weg werden wir auch künftig konsequent weitergehen.

Die Umstellung der Tierrassen auf unserem Bauernhof auf bedrohte Rassen ist ein wichtiger Beitrag zum Erhalt der genetischen Vielfalt der für den Menschen so wichtigen Nutztiere. Dazu gehört auch, dass die Jungtiere an unsere Fleischfresser wie Tiger und Rothunde verfüttert werden. So können wir den Einkauf von Futterfleisch aus der Massentierhaltung etwas reduzieren. Mehr Informationen zu der Nutzung von Tiere als Futter im Sinne von "Fressen und gefressen werden – in der Wildnis wie im Zoo" findest du hier.

Wo immer möglich, versuchen wir, Materialien im Sinne einer nachhaltigen Kreislaufwirtschaft weiterzuverwenden. Müssen auf unserem Zoogelände Bäume gefällt werden – beispielsweise für neue Tieranlagen oder aus Gründen der Verkehrssicherung –, wird das Holz nach Möglichkeit weiterverarbeitet. So entstanden die Holzzäune unseres Bauernhofs aus den Bäumen, die beim Bau der Nashornanlage weichen mussten. Auf diese Weise können wir den Einsatz neu produzierter Hölzer reduzieren und vorhandene Ressourcen sinnvoll nutzen.

Auch in unseren gastronomischen Einrichtungen arbeiten wir kontinuierlich daran, Verpackungen und Verbrauchsmaterialien nachhaltiger zu gestalten. So wurden beispielsweise Plastikrührstäbchen durch Holz ersetzt und ein Großteil der Plastikflaschen gegen Glasflaschen ausgetauscht. Als nächsten Schritt möchten wir ein nachhaltiges Mehrweg- oder Pfandsystem für Coffee-to-go-Becher etablieren. Die Umsetzung ist organisatorisch anspruchsvoll und mit zusätzlichen Kosten verbunden. Deshalb freuen wir uns über Partnerinnen und Partner, die uns bei diesem Vorhaben unterstützen möchten.

Dies sind nur einige Beispiele dafür, wie wir den Zoo Schritt für Schritt nachhaltiger gestalten. Dabei verstehen wir Nachhaltigkeit als einen kontinuierlichen Entwicklungsprozess – und sind stets offen für neue Ideen. Haben auch Sie Anregungen oder Vorschläge? Dann freuen wir uns auf Ihre Nachricht.

Tierschutzbeirat Mecklenburg-Vorpommern

Seit 1991 berät der Tierschutzbeirat den Minister für Landwirtschaft und Umwelt in für den Tierschutz relevanten Fragen. Der Tierschutzbeirat besteht aus 9 Mitgliedern, die durch ihre jeweiligen Verbände, Vereine, Organisationen bzw. Institutionen vorgeschlagen und dann vom Minister für 5 Jahre berufen werden. Die Mitglieder arbeiten ehrenamtlich. Jährlich finden mindestens 3 Sitzungen des Tierschutzbeirates statt.

Die Geschäftsstelle wird durch das für Tierschutz zuständigen Referat im Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt geführt und übernimmt alle organisatorischen Aufgaben rund um die Sitzungen.

Für den Landeszooverband Mecklenburg-Vorpommern e.V. ist Dr. Tim Schikora als stellvertretendes Mitglied im Beirat vertreten.