Schuppiges im Wasser - Die Fische

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Blub, blub, blub...

Knorpelfische, Knochenfische und Rundmäuler

Fische werden in der modernen Biologie nicht mehr als taxonomischer Begriff verwendet, da sie kein monophyletisches (aus gemeinsamer Abstammung hervorgegangenes) Taxon darstellen. Zu den heute lebenden Fischgruppen gehören die Knorpelfische (Chondrichtys), die Knochenfische (Osteichthyes) und im weiteren Sinn die Rundmäuler (Cyclostomata).

Derzeit wurden bisher 33.700 verschiedene Fischarten in den marinen Habitaten (Ozeane und Tiefsee), Brackwasser und Süßwasserökosystemen (Flüsse, Bäche und Seen) beschrieben. Jedes Jahr werden weitere neue Fischarten entdeckt und beschrieben. Die artenreichste Gruppe sind die Knochenfische mit über 32.200 Arten zu denen u. a. die Barsche, Welse, Karpfenartige, Salmler und Seenadeln gehören. Allein für die Ordnung der Barsche sind über 10.000 verschieden Arten beschrieben und ist damit artenreicher als alle Säugetiere der Welt zusammen! Die Gruppe der Knorpelfische, zu denen die Haie, Rochen und die eher unbekannten Seekatzen gehören, ist mit 1.185 Arten deutlich kleiner als die der Knochenfische. Schleimaale und Neunaugen gehören zu den Rundmäulern, die mit 260 verschiedenen Arten die artenärmste Gruppe der Fische sind.

 

Woran erkenne ich Fische? 

Egal ob Rochen, Hai, Barsch, Karpfen oder Neunauge, sie haben alle die gleichen Merkmale. Hier eine kurze Auflistung dieser Merkmale:

  • Kopf-, Rumpf- und Schwanzteil bilden einen einheitlichen, meist stromlinienförmigen Körper
  • Kiemenatmung (über die Kiemen nehmen Fische den im Wasser gelösten Sauerstoff auf)
  • Flossen zur Fortbewegung
  • Schuppen oder Knochenplatten
  • Eierlegend oder eilebendgebärend (auch hier schlüpfen die Fische aus Eiern, jedoch im Körper des Weibchens), selten lebendgebärend
  • Seitenlinienorgan links und rechts seitlich des Körpers; dient der Wahrnehmung von Wasserbewegungen
  • Drüsen unter der mehrschichtigen Oberhaut und Schuppen, wobei die ausgesonderten Sekrete vor Bakterien schützen, Gifte produzieren oder den Reibungswiderstand im Wasser verringern
  • Poikilotherm: alle Fische sind wechselwarm, d.h. ihre Körpertemperatur wird im Wesentlichen von der Außentemperatur bestimmt

Allerdings kann es bei der hohen Artenvielfalt der Fische vorkommen, dass manche Fischarten nicht alle oben genannte Merkmale vorweisen.

 

Bald leere Meere und Flüsse?

Im Rahmen der Red List der IUCN wurden bisher 16.500 Arten beurteilt. Rund 31 % aller beschriebenen Fischarten gelten als gefährdet. Ein Großteil vieler Fischarten kommt nur in gewissen Lebensräumen der Welt vor. Insbesondere der Mensch hat in den letzten 300 Jahren in die Marinen- und Süßwasserökosysteme radikal eingegriffen. Überfischung, Wasserverschmutzung, Mikroplastik und der Klimawandel sind große Gefahren für die Artenvielfalt der Fische. Die besonders artenreichen Korallenriffe reagieren verstärkt auf Veränderungen der Umwelt und damit als Folge auch die riffbewohnenden Fische. So sind u.a. rund 30 % aller Hai- und Rochenarten bedroht. Noch schlechter sieht es für die Süßwasserfische aus. Flussbegradigungen, die Einleitung von Chemikalien, der Bau von Staustufen und die Vernichtung von Flussauen stellen eine große Gefahr für die Fischpopulationen der Süßgewässerhabitate dar.

Welche Fische wir im Zoo Schwerin zeigen, seht ihr hier:

Bewohner Bedrohungsstatus Zuchtprogramme
Adolfos-Panzerwels nicht gefährdet (LC) -
Arowana oder Silbergabelbart nicht beurteilt (NE) -
Belém-Süßwasserrochen ungenügende Datenlage (DD) -
Dickkopf-Scheibensalmler nicht beurteilt (NE) -
Gefleckter Scheibensalmler nicht beurteilt (NE) -
Maulbrütender Hexenwels nicht beurteilt (NE) -
Orangeflossen-Panzerwels nicht beurteilt (NE) -
Panda-Panzerwels potenziell gefährdet (NT) -
Rio Negro-Panzerwels nicht beurteilt (NE) -
Roter Hakenscheibensalmler nicht beurteilt (NE) -
Roter Neonsalmler nicht beurteilt (NE) -
Roter Schilderwels nicht beurteilt (NE) -

 

Rote Liste

Rund 42 % aller einheimischen Süßwasserfischarten werden in der Deutschen Roten Liste (BfN) als „gefährdet“ bis „ausgestorben“ eingestuft.

Fisch des Jahres

Atlantische Lachs (Salmo salar); Mit der Wahl soll darauf aufmerksam gemacht werden, dass passierbare Flüsse und Laichgebiete wiederhergestellt werden müssen.

Arowana

Arowana

Steckbrief

wiss. Name Osteoglossum bicirrhosum
Größe bis 120 cm
Gewicht 10 – 12 kg
Tiergruppe Echte Knochenfische – Knochenzüngler
Anzahl 2 in Schwerin

Der südamerikanische Arowana oder Silbergabelbart ernährt sich vorwiegend von Fischen, Insekten und Fröschen. Um an Beute zu gelangen, die über Wasser ragende Ästen sitzt oder bei Bedrohung, kann der Arowana sogar bis zu zwei Meter aus dem Wasser springen.

Bei uns leben zwei Arowanas derzeit hinter den Kulissen. Wenn sie groß genug sind um nicht mehr von den Rochen aufgefressen zu werden. ziehen sie große Aquarium im Humboldthaus.

Artenschutz

Zur  Gattung Osteoglossum gehören zwei Arten. Für die Rote Liste der IUCN ist der Silbergabelbart noch „nicht beurteilt (NE)“ .

Belem-Süßwasserrochen

Belem-Süßwasserrochen

Steckbrief

wiss. Name Potamotrygon scobina
Größe bis 35 cm
Tiergruppe Süßwasserstechrochen
Anzahl 2 Stk. in Schwerin

Der Belem-Süßwasserstechrochen zählt mit einem Durchmesser von 35 cm zu den kleineren Süßwasserrochenarten. Er bewohnt den Amazonas mit seinen Nebenflüssen. Süßwasserstechrochen sind Tag und Nacht auf Nahrungssuche. Dabei durchpusten sie den Bodengrund und legen so ihre Beute (z.B. Krebse) frei.

Nur wenige Zoos in Deutschland halten belem-Süßwasserrochen. Bei uns lebt ein Pärchen und wir hoffen auf Nachwuchs. Wie einige Knorpelfische bringen Belem-Süßwasserrochen lebende Jungtiere zur Welt und legen keine Eier.

Artenschutz

Leider gibt es nur unzureichende Informationen über die Größe der Population. Daher wird diese Rochenart in der Stufe "ungenügende Datenlage (DD)" eingeordnet. Zum Schutz der Fischartenvielfalt Brasiliens gibt es ein Exportverbot für den Belem-Süßwasserrochen.

Gefleckter Scheibensalmler

Gefleckter Scheibensalmler

Steckbrief

wiss. Name Metynnis lippincottianus
Größe 13 - 18 cm
Tiergruppe Echte Knochenfische – Sägesalmler
Anzahl 7 in Schwerin

Der gefleckte Scheibensalmler ist ein friedlicher Schwarmfisch. In Südamerika ernährt er sich hauptsächlich von Früchten und anderem Pflanzenmaterial. Nur ausnahmsweise fängt er kleinere Fische oder Krustentiere. Der Fisch kann ein Alter von 6-10 Jahre erreichen.

Bei uns lebt ein kleiner Schwarm Scheibensalmler im großen Aquarium im Humboldthaus.

Artenschutz

Der Gefleckte Scheibensalmler ist im ganzen Amazonasbecken verbreitet. Im Rahmen der Roten Liste (IUCN) wurde er noch „nicht beurteilt (NE)“ .

Roter Neonsalmler

Roter Neonsalmler

Steckbrief

wiss. Name Paracheirodon axelrodi
Größe bis 5 cm
Tiergruppe Echte Knochenfische – Echte Salmler
Anzahl ca. 570 in Schwerin

Die Farbstreifen des Roten Neonsalmlers dienen der Verständigung und Orientierung innerhalb des Fischschwarms, der Tarnung vor Raubfischen und können im Bedarfsfall in ihrer Intensität variiert werden. In der Dunkelheit verändert sich das Blau-Grün in ein Violett.

Bei uns lebt ein großer Schwarm der Roten Neonsalmler im Biotopaquarium des Humboldthauses.

Artenschutz

Der Rote Neonsalmler ist in Südamerika großflächig verbreitet. Bei den meisten Tieren im Zoofachgeschäft handelt es sich um Wildfänge. Jährlich werden zwischen 12 bis 15 Millionen Rote Neonsalmler exportiert. In der Roten Liste der IUCN ist er „nicht beurteilt (NE)“ .

Roter Schilderwels

Roter Schilderwels

Steckbrief

wiss. Name Cochliodon cochliodon
Größe bis 25 cm
Tiergruppe Echte Knochenfische – Harnischwelse
Anzahl 3 in Schwerin

Der Rote Schilderwels oder Red Bruno lebt bevorzugt in der Nähe von Totholzansammlungen mit geringer Strömung. Dort findet der Harnischwels seine tierische und pflanzliche Nahrung. Mit seinem Raspelmaul kann der Red Bruno sogar Holz ab raspeln.

Bei uns lebt eine kleine Gruppe der Roten Schilderwelse im großen Aquarium des Humboldthauses.

Artenschutz

In der Gattung Cochliodon gibt es noch einige unbeschriebene Arten. Über die Fortpflanzung und Zucht dieser Welse ist wenig bekannt. In der Roten Liste der IUCN wird der Red Bruno „nicht beurteilt (NE)“.